Weinprobe

Interview mit Marielle Cazaux vom Château La Conseillante

 · April 25, 2025

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In der zweiten Folge von "Entre Deux Vins", dem Podcast von Oeni, teilte Marielle Cazaux, Generaldirektorin von Château La Conseillante in Pomerol, ihre Sicht auf den Wein, die Entwicklung der Weinbaupraktiken und ihren bemerkenswerten Werdegang in der Weinwelt.

Die Bedeutung des langen Atems bei der Arbeit im Weinberg

In der zweiten Folge von "Entre Deux Vins", dem Podcast vonOeni, teilte Marielle Cazaux, Generaldirektorin von Château La Conseillante in Pomerol, ihre Sicht auf den Wein, die Entwicklung der Weinbaupraktiken und ihren bemerkenswerten Werdegang in der Weinwelt.

Die Arbeit in den Weinbergen ist ein langer und sorgfältiger Prozess, und Marielle Cazaux betont dies mit Bescheidenheit. "Wenn man mit dem Vegetal arbeitet, ist das eine Sache des langen Atems", erklärt sie. Das spiegelt sich in der schrittweisen Entwicklung der Jahrgänge wider, insbesondere der Jahre 2015 und 2016, die einen Wendepunkt in ihrer Arbeit bei Château La Conseillante markierten. Dennoch betont sie: "Ich habe nicht nur dank meiner Arbeit Ergebnisse erzielt, sondern dank der Arbeit eines ganzen Teams." Die Rebe, fragil und komplex, braucht in jedem Augenblick Aufmerksamkeit und viel Geduld. Auch wenn sie nicht vor allen klimatischen Unwägbarkeiten geschützt ist, wird sie durch respektvolle und angepasste Praktiken nach und nach widerstandsfähiger.

Ein inspirierender persönlicher Werdegang

Marielle Cazaux, die aus den Landes stammt und Tochter von Landwirten ist, ist nicht zwischen Reben aufgewachsen, doch schon früh entwickelte sie eine Leidenschaft für Landwirtschaft und Wein. "Mein Vater hat mich an den Wein herangeführt", erzählt sie mit Zärtlichkeit. Diese familiäre Leidenschaft wurde durch harte Arbeit und den Glauben an den Wert von Arbeit noch verstärkt. "Ich dachte, man könne ohne Namen, ohne Beziehungen nicht erfolgreich sein. Das war falsch", gesteht sie und offenbart damit ihren kompromisslosen Einsatz, sich in der Weinwelt nach oben zu arbeiten. Ihr Einstieg bei Château La Conseillante als technische Direktorin markierte ein neues Kapitel ihrer Karriere, aus dem sie später zur Generaldirektorin aufstieg.

Die Rolle des Winzers und die Arbeitsphilosophie bei Château La Conseillante

Das Interview behandelt auch die Frage nach der Rolle des Winzers bei der Entstehung eines großen Gewächses. Marielle betont die Bedeutung von Bescheidenheit gegenüber diesem "Meisterwerk", das Rebe und Wein sind. Ihrer Ansicht nach muss der Winzer wissen, wie man auf den Boden und das Vegetal hört, und er muss bei seinen Entscheidungen zugleich kreativ und respektvoll sein. Seit 2016 wurden bei Château La Conseillante zahlreiche Veränderungen umgesetzt, insbesondere der Übergang zu umweltfreundlicheren Praktiken wie der Einführung der Biodynamie und natürlicherer Anbaumethoden.

Die Umstellung der Schnittmethode und der Einsatz von Begrünung haben es ermöglicht, die Bewirtschaftung der Reben zu optimieren. "Wir haben mehr Bio, Biodynamie eingeführt, und wir stellen unsere Bio-Dünger selbst her", betont Marielle begeistert. Diese Innovationen zielen darauf ab, den natürlichen Zyklus der Rebe zu respektieren und die Qualität der Trauben zu verbessern, während die Umweltbelastung begrenzt wird.

Zusammenarbeit und Solidarität im Herzen von Pomerol

Ein weiterer interessanter Aspekt des Interviews betrifft die gegenseitige Hilfe innerhalb der Weinregion Pomerol. "In Pomerol gibt es eine starke gegenseitige Hilfe, die Leute wissen das nicht", erzählt Marielle. Sie hebt die Solidarität unter den Winzern der Region hervor, die Ressourcen und Know-how teilen, um Herausforderungen zu meistern, insbesondere jene im Zusammenhang mit Frost. So erwähnt sie etwa eine Zusammenarbeit mit Juliette von Évangile, um die Reben mithilfe einer gemeinsam genutzten Windmaschine vor Frost zu schützen. "Wir leihen uns Traktoren, Schredder und halten gemeinsam technische Besprechungen ab", fügt sie hinzu und unterstreicht damit die Bedeutung von Zusammenarbeit für den gemeinsamen Erfolg.

Die Jahrgänge: ein Hauch von Ausnahme

Zum Schluss endet das Interview mit einer Diskussion über die jüngeren Jahrgänge. Marielle zeigt sich begeistert, wenn sie den Jahrgang 2019 erwähnt, den sie als "außergewöhnlich cremig" beschreibt. Ihrer Ansicht nach bringt der 2019er einen reinen Ausdruck des Terroirs von Pomerol hervor, mit einer fleischigen Textur und einer dem Merlot eigenen Sanftheit, der Leitsorte der Region. Gleichzeitig verteidigt sie auch den Jahrgang 2020, den sie als "etwas höher" einstuft, und betont die Vielfalt und Komplexität der Weine, die bei Château La Conseillante erzeugt werden.

Fazit

In diesem Gespräch offenbart uns Marielle Cazaux ein menschliches Gesicht, das dem Wein und dem Terroir zutiefst respektvoll gegenübersteht. Ihr inspirierender Werdegang, ihre Vision von langfristiger Arbeit und ihre Fähigkeit, zu innovieren und zugleich der Tradition treu zu bleiben, machen Château La Conseillante zu einem Vorbild des Erfolgs in der Weinwelt. Ein Interview, das alle Weinliebhaber und Freunde nachhaltiger Landwirtschaft nicht verpassen sollten.

Sie können die vollständige Folge des Podcasts "Entre Deux Vins" anhören, um die Geschichte und die Philosophie von Marielle Cazaux im Detail zu entdecken.

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